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Bettina von Arnim

Bettina (oder Bettine) von Arnim war das siebte von zwölf Kindern des Großkaufmanns Peter Anton Brentano und seiner zweiten Frau Maximiliane von La Roche. Die aus Italien stammende altadelige Familie war begütert, so dass sie ihre kulturellen und politischen Tätigkeiten später durch ihr Erbe finanzieren konnte.

Bettina von Arnim wird in einem Zug mit anderen berühmten Namen genannt: ihrem Bruder Clemens Brentano, ihrem Mann Achim von Arnim , ihrem Briefpartner Goethe , ihren Freunden Gebrüder Grimm .

“Bettina von Arnim, die Schwester von Brentano, gilt als Vorläuferin der Frauenemanzipation. Sie konnte bahnbrechend ihren eigenen Weg verfolgen und sich dank des Schreibens emanzipieren in einer Zeit, als die Frauenfrage langsam zum Thema wurde und die ersten Frauenbewegungen im Zuge der Revolution entstanden. Ihre Erziehung, ihre Umgebung und ihre Begegnungen haben ihr zum feministischen Bewusstsein verholfen.” (Quelle: La clé des languages )

Bettina lernt ihren Mann Achim von Arnim 1806 kennen, da ist sie 21 Jahre alt. Achim ist ein Freund ihres Bruders Clemens, zusammen geben die beiden Vertreter der Heidelberger Romantik die Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn ” heraus. Bettina schreibt und redigiert fortan für von Arnims „Zeitung für Einsiedler “, in der Märchen, Erzählungen, Lieder, Gedichte und Satiren veröffentlicht werden.  Fünf Jahre später heiraten die beiden und bekommen sieben Kinder.

Doch nach 20 Jahren Ehe stirbt ihr Mann, da ist Bettina erst 46 Jahre alt. In ihrer Einsamkeit beginnt sie wieder zu schreiben. Ihr schwärmerisches Buch „Briefwechsel mit einem Kinde “, in dem sie ihre Korrespondenz als 20-Jährige mit dem 40 Jahre älteren Goethe veröffentlicht, macht sie schlagartig berühmt. In den folgenden Jahren schreibt sie 13 Bücher. Ihre Wohnung in Berlin wird zum intellektuellen Treffpunkt für ihre Freunde: Caroline und Dorothea Schlegel , die Brüder Grimm , Alexander von Humboldt .

Sozial engagiert und als Kommunistin verdächtigt, wird Bettina in den 1840er Jahren Zielscheibe der Zensur. Schließlich gründet sie ihren eigenen Verlag, die “Arnimsche Verlagsexpedition”. Bettina nutzt ihre öffentliche Stimme, um sich politisch einzusetzen. Ihre Werke enthalten viele sozialkritische Gedanken.

Am 20. Januar 1859 stirbt sie mit 74 Jahren in Berlin. Es wird erzählt, dass die im Sterben Liegende auf ihren Wunsch hin so gebettet wurde, dass ihr Blick auf eine kleine Goethestatue gerichtet war.

Ihr Wirken zählt bis heute. Ihr Porträt fand sich auf dem 5-Mark-Schein und einer Sonderbriefmarke der Deutsche Post (siehe Galerie unten).

Mehr siehe auch: fembio.org

„Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!“
von Bettina von Arnim

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Hinab ins Tal, mit Rasen sanft begleitet,
Vom Weg durchzogen, der hinüber leitet,
Das weiße Haus inmitten aufgestellt,
Was ist’s, worin sich hier der Sinn gefällt?

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Erstieg ich auch der Länder steilste Höhen,
Von wo ich könnt die Schiffe fahren sehen
Und Städte fern und nah von Bergen stolz umstellt,
Nichts ist’s, was mir den Blick gefesselt hält.

Auf diesem Hügel überseh ich meine Welt!
Und könnt ich Paradiese überschauen,
Ich sehnte mich zurück nach jenen Auen,
Wo Deines Daches Zinne meinem Blick sich stellt,
Denn der allein umgrenzet meine Welt.

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